PEAP Päd. Assessment

 

 

 

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  • Was ist das PEAP?

Das PEAP ist ein betätigungsorientiertes, klientenzentriertes und prozessorientiertes Erfassungsinstrument für den Bereich Pädiatrie. Es geht über die Funktion eines Assessments hinaus und orientiert sich in seiner Struktur an dem ergotherapeutischen Prozess (daher der Begriff “Prozessinstrument”). Eine Projektgruppe des DVE unter der Leitung von Prof. Elke Kraus entwickelt dieses Instrument seit 2007 (Die PEAP-Arbeitsgruppe besteht aus: Elke Kraus, Ellen Romein, Roland Kurz, Steffie Völler, Ricarda Kaatz, Bettina Weber, Ulla Pott, Katja Rottmann, Ann Kennedy-Behr, Andrea Espei, Stephanie Traut, Ulrike Weise, Helen Strebel, Anne Kupitz, Sebastian Voigt-Radloff).

Die Durchführung des PEAPs basiert auf einem strukturierten Erfassungsprozess, der die Selbstbewertung der Klientengruppe (Kind, Eltern, ERzieher/Lehrer) sowie die Beurteilung geschulter Therapeuten beinhaltet.

Im Rahmen des PEAPs haben die Therapeuten die Möglichkeit, Befunderhebungsverfahren situationsspezifisch zu wählen und bei der Beurteilung sowohl die Ergebnisse der Befunderhebungsverfahren als auch den individuellen Kontext in einem klientenzentrierten Ansatz des Patienten zu berücksichtigen. Dieser Prozess wird systematisiert, indem er in Phasen und Teilschritte differenziert ist. Die Struktur für den Erfassungsprozess ist für alle Altersgruppen gleich, jedoch abhängig vom Kontext, der individuellen Situation und den Bedürfnissen der Klientengruppe kann sich der Prozess dennoch einzigartig entfalten.

  • Was macht das PEAP besonders?

Ein klientenzentriertes Interview, ähnlich wie das COPM, erfasst die wichtigsten Betätigungsbedürfnisse der Klientengruppe. Es werden zusätzlich 15 standardisierte Betätigungsfelder in den Bereichen Produktivität, Selbstversorgung und Freizeit für die verschiedenen Altersgruppen erhoben, und von den Klienten selbst beurteilt (Kind und Eltern), und von Erziehern/Lehrern aus dem Kindergarten oder der Schule. Die Gesamtbewertung wird von der Therapeutin gemacht. Der Prozess kann sich sehr individuell gestalten, aber die 15 Betätigungsfelder werden immer abgefragt und bilden somit eine einheitliche Basis aller PEAP-Beurteilung, die auch miteinander verglichen werden können, und somit auch für Forschungszwecke genutzt werden können.

  • Was kann das PEAP bewirken?
    • Das PEAP gibt eine Struktur vor, in dem Befunderhebung, Befundanalyse, Zielsetzung, Therapieplanung sowie Evaluation in klientenzentrierter Art und Weise erstellt werden.
    • Die ausschließliche Betätigungsorientierung des PEAPs ermöglicht den ergotherapeutischen Schwerpunkt auf das Handeln in jeder Phase des Behandlungsprozesses. Im Rahmen der ICF bleibt man mit dem PEAP auf Aktivität-Partizipationsebene. Andere Assessments können nach Bedarf zusätzlich angewandt werden, um die Körperfunktionsebene zu erfassen.
    • Die 15 standardisierte Betätigungsfelder ermögliche bei der Evaluation einen Vergleich von den typische Betätigungen einer Altersgruppe nicht nur bei dem individuellen Kind, sondern auch den Vergleich zu anderen Kindern dieser Altersgruppe. Dies macht es zu einem guten Instrument für systematische Dokumentation und Forschung.
    • Die durch Formulare unterstützte Struktur des PEAPs berücksichtigt konsequent das komplexe Kernstück der Ergotherapie, nämlich das in allen Praxismodellen vorhandene Triad Person, Umwelt und Betätigung.
    • Durch seine strukturierte Prozessorientierung und Anlehnung am Behandlungsprozess, ist das PEAP gut im Rahmen der Qualtitätssicherung zu verwenden.
  • Was ist die wissenschaftliche Basis des PEAPs?

Das PEAP ist vollständig für Kinder von 5-8 Jahren entwickelt und stützt sich auf vier Bachelorarbeiten (Kaatz, Kurz, Traut und Kupitz et al), eine breite Literaturrecherche, eine sehr intensive Analyse von gängigen pädiatrischen Assessments sowie mehreren Experteninterviews. Die Daten der erste Praktikabilitätsstudie von circa 100 geschulten TherapeutInnen werden zur Zeit in einer Masterarbeit analysiert (Völler). Des weiteren wird das PEAP noch um zwei Altersgruppen erweitert werden (3-4 und 9-10 Jahre), und es stehen Reliabilitätsstudien an, die im Rahmen einer Doktorarbeit vollzogen werden (Strebel).

  • Was wird in dem Basisschulungsseminar vermittelt?

In der 2-tägigen Fortbildung werden zunächst das theoretische Konzept und die Grundlagen des PEAPs erläutert (z. B. Bezug zur ICF und ergotherapeutischen Modellen). Die PEAP-Phasen und -Instrumente werden vorgestellt und mit Fallbeispielen untermauert. Besonderer Beachtung wird den 15 standardisierten Betätigungsfeldern geschenkt, da die Zuverlässigkeit der Beurteilung hierbei eine ausschlaggebende Rolle für die Validität des PEAPs spielt.

Nach der Fortbildung haben die Teilnehmer eine Übersicht über das Prozessinstrument, kennen die 15 Betätigungsfelder und sind in der Lage, das PEAP anzuwenden. Um sich zu einem späteren Zeitpunkt zertifizieren zu können, müssen erst eine bestimmte Anzahl von PEAPs vollständig mit Video durchgeführt werden (weitere Information folgt).

  • Gibt es Voraussetungen zur Teilnahme an der PEAP-Schulung?

Ergotherapeuten aus dem Bereich Pädiatrie, mit Erfahrung und/oder einer Schulung des COPMs und klientenzentrierter Gesprächstechnik. Berufserfahrung ist keine Voraussetzung.

 

Die erste Schulung findet in Berlin am 29-30 August statt (s. Programm)

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